KI-GLOSSAR
EU AI Act
Die weltweit erste umfassende KI-Regulierung. Was der EU AI Act für Ihr Unternehmen bedeutet, welche Fristen gelten und wie Sie KI-Systeme jetzt schon konform aufsetzen.
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Risiko-
klassen
im EU AI Act unterschieden
Monate
bis zur vollen Anwendung ab 2027
Millionen €
maximale Bußgelder bei Verstößen
Pflicht-
bausteine
für Hochrisiko-KI
Warum der EU AI Act für Unternehmen relevant ist
Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und wird bis 2027 stufenweise anwendbar. Wer KI im Unternehmen einsetzt — sei es als Anbieter oder als Betreiber — muss ab bestimmten Fristen konkrete Pflichten erfüllen. Die frühzeitige Auseinandersetzung ist Pflicht, nicht Kür.
Rechtssicherheit
Klare Anforderungen erlauben KI-Investitionen mit planbarem Risiko. Ohne AI-Act-Compliance drohen Nachbesserung oder Stopp.
Wettbewerbsvorteil
Wer AI-Act-konforme Prozesse hat, kann in regulierten Branchen (Finanzen, Medizin, Öffentlicher Sektor) Aufträge gewinnen.
Vertrauen bei Kunden
Transparente KI-Nutzung stärkt das Vertrauen von B2B-Kunden und Endverbraucher:innen — und wird zunehmend erwartet.
Hohe Bußgelder
Verstöße gegen den EU AI Act können mit bis zu 35 Mio. € oder 7 % des Weltjahresumsatzes geahndet werden.
DSGVO-Anschluss
Der EU AI Act ergänzt die DSGVO um KI-spezifische Anforderungen. Vieles baut auf bestehenden Prozessen auf — mit deutlich mehr Tiefe.
Nachvollziehbare KI
Dokumentations- und Transparenzpflichten führen zu besseren, robusteren KI-Systemen. Compliance und Qualität gehen Hand in Hand.
Was ist der EU AI Act?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist die erste umfassende Regulierung Künstlicher Intelligenz weltweit. Er wurde im August 2024 in Kraft gesetzt und wird bis 2027 stufenweise voll anwendbar. Ziel: Sicherheit, Grundrechte und Vertrauen bei KI-Anwendungen in der EU.
Der Ansatz ist risikobasiert: KI-Systeme werden in vier Klassen eingeteilt — von unannehmbares Risiko (verboten) über Hochrisiko-KI (strenge Auflagen) bis Transparenzpflichten und minimales Risiko (frei nutzbar).
Der EU AI Act gilt sowohl für Anbieter (die KI-Systeme entwickeln oder in Verkehr bringen) als auch für Betreiber (die KI in ihrem Unternehmen einsetzen). Für Mittelständler heißt das: Fast jedes Unternehmen ist betroffen, sobald es KI produktiv nutzt.
Wichtig: Der EU AI Act ersetzt nicht die DSGVO. Er ergänzt sie um KI-spezifische Anforderungen wie Trainingsdaten-Governance, Risikoanalyse, Monitoring und Transparenz gegenüber Nutzer:innen.
Pflichten für Hochrisiko-KI im Überblick
Fällt Ihre KI-Anwendung in die Hochrisiko-Klasse, gilt ein umfangreicher Pflichtenkatalog. Diese acht Bausteine müssen Sie nachweisen können:
Risikomanagement
Datenqualität
Technische Dokumentation
Aufzeichnungspflicht
Transparenzpflichten
Menschliche Aufsicht
Genauigkeit & Robustheit
Konformitätsbewertung
Best Practices für die AI-Act-Umsetzung
Aus prodot-Projekten zur AI-Act-Vorbereitung haben sich sechs Prinzipien bewährt, die den Unterschied zwischen Panik und Plan machen:
- Bestand aufnehmen: Erst wissen, welche KI-Systeme im Einsatz sind — inkl. „Schatten-KI" wie ChatGPT-Nutzung in Teams.
- Risiko klassifizieren: Für jedes System die AI-Act-Klasse bestimmen — Hochrisiko oder Transparenzpflicht?
- Governance aufsetzen: Rollen, Freigaben und Verantwortlichkeiten dokumentieren — verzahnt mit DSGVO und IT-Compliance.
- AI Literacy schulen: Mitarbeitende, die KI nutzen, müssen den Umgang verstehen — ab Februar 2025 Pflicht.
- Monitoring einrichten: Halluzinationen, Bias und Drift kontinuierlich messen und dokumentieren.
- Neuer Vendoren-Standard: Bei KI-Zukäufen AI-Act-Konformität vertraglich einfordern.
Klasse 1
Unannehmbares Risiko
Vollständig verboten: Social Scoring, unterschwellige Beeinflussung, Emotionserkennung am Arbeitsplatz.
Verboten
Klasse 2
Hochrisiko-KI
Strenge Auflagen: HR-Auswahl, Kreditscoring, kritische Infrastruktur, Bildung, Justiz, Medizinprodukte.
Konformitätsbewertung
Klasse 3
Transparenzpflicht
KI muss kenntlich gemacht werden: Chatbots, Deepfakes, KI-generierte Inhalte in Medien.
Kennzeichnung
Häufige Fehler bei der AI-Act-Vorbereitung
In vielen Unternehmen laufen die AI-Act-Vorbereitungen erst an. Diese Fehler sehen wir immer wieder — und sie sind vermeidbar:
- Zu spät starten: Wer bis August 2026 wartet, hat keine Zeit mehr für saubere Prozesse — insbesondere bei Hochrisiko-KI.
- Schatten-KI ignorieren: Individuelle ChatGPT-Nutzung durch Mitarbeitende ist Teil des AI Acts — wird aber selten erfasst.
- Nur IT-Thema: Der EU AI Act ist Compliance-, HR-, Legal- und Business-Thema — nicht nur IT.
- Keine Klassifizierung: Wer nicht weiß, ob ein System Hochrisiko ist, kann Pflichten nicht erfüllen.
- DSGVO vergessen: AI Act und DSGVO greifen ineinander — separate Silos führen zu doppelter Arbeit und Lücken.
EU AI Act vs. DSGVO vs. ISO 42001
Drei Regelwerke — die alle zusammen den Compliance-Rahmen für KI in Europa bilden:
- EU AI Act: Regulatorisch, verpflichtend. Fokus: Sicherheit und Grundrechte von KI-Systemen.
- DSGVO: Regulatorisch, verpflichtend. Fokus: Schutz personenbezogener Daten — greift zusätzlich zum AI Act.
- ISO 42001: Freiwillige Zertifizierung. Managementsystem-Norm für KI — hilfreich als Nachweis-Rahmen für AI-Act-Konformität.
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Häufige Fragen zu EU AI Act
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Was ist der EU AI Act in einem Satz?
Der EU AI Act ist die erste umfassende KI-Regulierung der EU. Sie stuft KI-Systeme nach Risiko ein und definiert Pflichten für Anbieter und Betreiber — insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Transparenz und Human Oversight.
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Ist mein Unternehmen als Mittelständler vom EU AI Act betroffen?
Sobald Sie KI produktiv nutzen — egal ob selbst entwickelt oder als Software eingekauft — sind Sie betroffen. Umfang und Tiefe hängen von der Risikoklasse der Systeme ab. Ein früher Readiness-Check schafft Klarheit.
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Was gilt seit Februar 2025?
Zwei Dinge: Verbotene KI-Praktiken (z. B. Social Scoring, Emotionserkennung am Arbeitsplatz) sind untersagt. Und Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende, die KI nutzen, über ausreichende AI Literacy verfügen.
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Was passiert bei Verstößen gegen den EU AI Act?
Bußgelder bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes — je nachdem, was höher ist. Für den Mittelstand sind auch Reputations- und Betriebsrisiken (z. B. Vertriebsstopp) relevant.
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Wie hängen EU AI Act und DSGVO zusammen?
Beide gelten parallel. DSGVO regelt personenbezogene Daten, der AI Act regelt KI-Systeme. Für viele Anwendungen (z. B. HR-Tools) sind beide Regelwerke relevant. Wir empfehlen eine integrierte Governance statt getrennter Silos.
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Reicht ChatGPT im Browser für AI-Act-Compliance?
Kaum. Für vertrauliche und geschäftskritische Anwendungen brauchen Sie eine kontrollierte, dokumentierbare Umgebung — etwa Azure AI Foundry oder eigene Deployments mit Logging, Zugriffskontrolle und Monitoring.
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Wie lange dauert die Vorbereitung auf den EU AI Act?
Für einen ersten Überblick (Bestand, Klassifizierung, Gap-Analyse) reichen 4–8 Wochen. Für vollständige Konformität — vor allem bei Hochrisiko-KI — planen Sie 6–12 Monate ein. Wichtig: Jetzt starten, um bis August 2026 belastbar zu sein.
EU AI Act: Jetzt Weichen stellen
In einem kostenlosen Erstgespräch ordnen wir gemeinsam ein, wie stark Ihr Unternehmen vom EU AI Act betroffen ist — und wo die dringendsten Handlungsfelder liegen.
Als KI-Partner für den Mittelstand begleiten wir Sie von der Bestandsaufnahme über die Klassifizierung bis zum konformen Betrieb Ihrer KI-Systeme.
Was wir dazu anbieten
- KI-Readiness-Check — Bestand, Klassifizierung und Handlungsbedarf im schnellen Assessment.
- KI-Monitoring — laufende Qualitäts- und Compliance-Messung Ihrer KI-Systeme.
- AI Literacy Schulungen — Pflicht-Baustein für Mitarbeitende ab Februar 2025.
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