KI-GLOSSAR

KI-Risikoklassen

KI-Risikoklassen sind das Herzstück des EU AI Act. Sie ordnen KI-Anwendungen nach ihrem Gefahrenpotenzial in vier Stufen — von verboten bis minimal. Für Unternehmen bestimmen sie, welche Pflichten gelten und wie viel Aufwand die Compliance macht.

 

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Risikoklassen
verboten, hoch, begrenzt, minimal

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Kernkriterien
Anwendungsbereich, Schaden, Kontext

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Pflichten
je Klasse spezifisch

Warum KI-Risikoklassen entscheidend für Compliance sind

Der EU AI Act reguliert KI nicht pauschal — er unterscheidet nach Risiko. Wer die Klasse falsch einschätzt, riskiert Bussgelder oder verpasst Chancen. Die richtige Einordnung ist erster und wichtigster Schritt jeder KI-Compliance.

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Grundlage für Pflichten

Klasse bestimmt, welche Anforderungen für Ihr KI-System gelten.

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Kostentransparenz

Hochrisiko-Klasse bedeutet deutlich höhere Compliance-Aufwände — wichtig zu wissen.

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Vermeidung von Bussgeldern

Verbotene Anwendungen bringen bis zu 35 Mio. EUR Bussgeld — kein Kavaliersdelikt.

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Klarheit im Portfolio

KI-Register mit Klassen als Grundlage der Steuerung.

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Vertrauen bei Stakeholdern

Kunden, Partner und Aufsicht wollen wissen, wie Sie Risiken einschätzen.

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Frühzeitige Vorbereitung

Hochrisiko-Systeme brauchen 6–12 Monate Vorlauf — je früher klassifiziert, desto besser.

Was sind KI-Risikoklassen?

KI-Risikoklassen sind die Kategorien, in die der EU AI Act KI-Anwendungen einteilt. Die Einteilung basiert auf potenziellem Schaden für Menschen, Grundrechte, Sicherheit oder Gesellschaft.

Die vier Klassen im Überblick: Verboten (Social Scoring, Manipulation, verbotene Biometrie), Hohes Risiko (Kritische Infrastruktur, Personalauswahl, Justiz), Begrenztes Risiko (Chatbots, Deepfakes — mit Transparenzpflichten), Minimales Risiko (Alle anderen — keine spezifischen Pflichten).

Kriterien für Einordnung: Anwendungsbereich (Wo wird KI eingesetzt?), Schadenspotenzial (Was kann falsch gehen?), Kontext (Wer sind die Betroffenen? Wie viel Kontrolle?), General Purpose AI (Grossmodelle wie GPT haben eigene Regeln).

Für den Mittelstand bedeutet die Klassifizierung: Zürst jede Anwendung einordnen. Danach passende Compliance-Maßnahmen ableiten. Fehleinschätzungen sind teuer — deshalb sorgfältig vorgehen und im Zweifel externe Beratung nutzen.

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Risikoklassen im Detail

Diese acht Beispiele zeigen die Bandbreite der Klassifizierungen:

Social Scoring

Verboten. Bewertung von Menschen durch Behörden auf Grundlage sozialen Verhaltens.

Personalauswahl-KI

Hochrisiko. Systeme für Bewerber-Screening oder Beurteilung von Mitarbeitenden.

Kreditvergabe-KI

Hochrisiko. Automatisierte Entscheidungen über Kredite und Kreditwürdigkeit.

Bildung und Prüfung

Hochrisiko. KI für Zulassung, Bewertung von Prüfungsleistungen.

Medizin-KI

Hochrisiko wenn CE-pflichtig als Medizinprodukt — sonst je nach Anwendung.

Kundenservice-Chatbot

Begrenztes Risiko. Transparenzpflicht: Kunden wissen, dass sie mit KI sprechen.

Deepfake-Generator

Begrenztes Risiko. Muss als künstlich generierter Inhalt kenntlich sein.

Rechtschreib-Assistent

Minimales Risiko. Keine spezifischen AI-Act-Pflichten.

Best Practices für Risiko-Klassifizierung

Diese sechs Prinzipien haben sich bewährt:

  • Konkret beschreiben: Je genauer die Anwendung, desto klarer die Klasse.
  • Konservativ einschätzen: Bei Zweifel eher höher als niedriger — schützt vor Bussgeldern.
  • Cross-funktional prüfen: Fachbereich, Recht, Compliance und IT gemeinsam.
  • Begründung dokumentieren: Warum diese Klasse? Nachvollziehbar für Audits.
  • Bei Änderungen neu bewerten: Neue Anwendungsfälle oder Nutzergruppen ändern Klasse.
  • Externe Beratung nutzen: Grenzfälle sind häufig — Erfahrung hilft entscheiden.
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Klasse 1

Verboten

Praktiken, die als grundrechtsverletzend gelten. Ab Februar 2025 nicht mehr zulässig.

Verbot

Klasse 2

Hohes Risiko

Umfangreiche Pflichten und Konformitätsbewertung. Ab August 2026 gültig.

Pflicht

Klasse 3

Begrenzt/Minimal

Transparenz oder keine Pflichten. Freiwillige Best Practices empfohlen.

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Häufige Fehler bei Klassifizierung

Diese Fallstricke sehen wir häufig:

  • Zu allgemeine Beschreibung: Vage Anwendungsschilderung führt zu Fehleinschätzung.
  • Nur Fachbereich klassifiziert: Rechtliche Perspektive fehlt — Fehlklassifikation möglich.
  • Trend zur Unterklassifizierung: Um Aufwand zu sparen — riskant bei späterer Prüfung.
  • Keine Dokumentation: Klasse bekannt, Begründung nicht — schwach bei Audit.
  • Einmalige Klassifizierung: Änderungen der Anwendung werden nicht neu bewertet.

Verboten vs. Hoch vs. Begrenzt vs. Minimal

Die vier Klassen im Vergleich:

  • Verboten: Keine Nutzung erlaubt — Social Scoring, manipulative KI, verbotene Biometrie.
  • Hoch: Umfangreiche Pflichten — Risikomanagement, Dokumentation, menschliche Aufsicht.
  • Begrenzt: Transparenzpflichten — Kennzeichnung, Aufklärung.
  • Minimal: Keine spezifischen Pflichten — freiwillige Selbstverpflichtung empfohlen.
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Häufige Fragen zu KI-Risikoklassen

KI-Anwendungen richtig klassifizieren

In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihr KI-Portfolio an und skizzieren einen Klassifizierungs-Ansatz — mit klarer Roadmap für AI-Act-Konformität.

Als KI-Partner für den Mittelstand nehmen wir die Klassifizierung mit Rechts- und Fachexpertise vor. Belastbare Dokumentation, praktikable Roadmap, sichere Compliance.

Was wir dazu anbieten

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